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30 Seconds To Mars

Jared Leto ist unter Filmfans ein längst bekannter Name. Er studierte Schauspiel in New York und wirkte 1994 in der Familien-Sitcom „Willkommen im Leben“ mit, bis er mit Rollen in Panic Room neben Jodie Foster, als Colin Farrell´s Loverboy in „Alexander“ oder als Nicolas Cage´ Bruder in „Lord Of War“ seinen Schauspieldurchbruch feiern konnte.

Jared Leto ist unter Filmfans ein längst bekannter Name. Er studierte Schauspiel in New York und wirkte 1994 in der Familien-Sitcom „Willkommen im Leben“ mit, bis er mit Rollen in Panic Room neben Jodie Foster, als Colin Farrell´s Loverboy in „Alexander“ oder als Nicolas Cage´ Bruder in „Lord Of War“ seinen Schauspieldurchbruch feiern konnte.
Doch er und sein Buder Shannon Leto arbeiteten gleichermaßen hart an einer musikalischen Karriere, die sich seit der Bandgründung im Jahre 1998 eher schleppend entwickelte. Jared, bekannt als kein Kind von Traurigkeit wenn es um das weibliche Geschlecht geht, machte immer wieder durch amuröse Bekanntschaften mit Hollywood- Diven à la Gwynneth Paltrow, Cameron Diaz oder erst kürzlich mit It-Blondchen Paris Hilton Schlagzeilen. Die damalige Beziehung zu Cameron Diaz endete angeblich wegen Jared´s unermüdlichem Eifer seine laut Diaz „kleine erfolglose Rockband“ zu pushen. Doch kaum ein paar Jahre später, hallt der einst flachsige Spruch der Hollywood- Actrice eher peinlich nach. 30 Seconds To Mars landeten mit ihrem zweiten Album „A Beautiful Lie“ einen Hit par excellence. Seit der Veröffentlichung im August 2005 verkaufte sich das auf vier verschiedenen Kontinenten und in 5 verschiedenen Ländern eingespielte (Konzept-) Album mehr als 1 Million mal. Und in Europa steigert sich der Bekanntheitsgrad gerade noch um ein Vielfaches, aufgrund des im November letzten Jahres verliehenden „Rock Out Awards“ im Rahmen der MTV Music Awards in München. Und es sei ihnen gegönnt, denn 30 Seconds To Mars sind eine Band mit ausgewöhlich hohem Wiedererkennungswert. Die Mischung aus Roh- und Sanftheit mit durchweg melancholischer Poesie und Anmut im alternative Rockgewand sucht seines Gleichen.
Eher selten ist es wohl der Fall, daß man nicht nur einen fantastischen Musiker und Komponisten als Musikjournalist vor´s Mikro bekommt, sondern auch noch einen Hollywood Schauspieler dieses Karats. Besonders wenn man zur musikalischen Leidenschaft noch Filmfanatismus zählen kann, wie bei meinereiner, ist dies für´s Knieschlottern vor dem Interview nicht gerade zuträglich. Ingo und ich waren angereist, um uns die Headliner Show der Ami´s im Münchner Zenith zu Gemüte zu führen. Doch alles entwickelte sich vollkommen anders als vielleicht befürchtet und nicht nur Jared, sondern auch sein Bruder, seines Zeichens Drummer der Band, sowie Gitarrist und Keyboarder Tomislav waren als komplette Band für uns erschienen und machten sich´s gemütlich auf einer Couch in einem der zahlreichen kabinenartigen Zimmerchen der Location. Spätestens nachdem uns Jared ein paar Kirschen, die er gerade futterte, anbot, war die Aufregung verflogen und während Ingo ein paar Bildchen schoss legte ich los mit meinen Fragen.
Ich sah Euch das erste Mal live auf Rock im Park letztes Jahr und war ehrlich begeistert. Wie hattet Ihr den Auftritt wahrgenommen?
Um auch ehrlich zu sein, waren die Shows in Europa letztes Jahr inklusive Rock im Park eher hart für uns. Wir waren noch nicht so richtig bekannt und spielten deshalb auf den Festivals mehr am frühen Nachmittag als Abend. Die Clubshows waren auch nicht wirklich gut besucht und technische Probleme machten es uns zusätzlich ein bißchen schwerer. Umso mehr begeistert sind wir nun wieder hier zu sein und als Headliner zu spielen. Die Hallen sind nahezu ausverkauft… (und wir reden hier von großen Hallen mit bis zu 5-stelligen Besucherzahlen / Anm.d.Red.)… die Leute sind fantastisch und wir lieben es für sie und mit ihnen zu rocken.
Ohne die obligatorische Frage gestellt zu haben, wie sie denn good old Germany finden, plauderte Jared drauf los, während er nebenbei immer wieder versuchte, die Kirschkerne in einen Mülleimer in der anderen Ecke des Zimmers zu schnippen.
Wir waren gerade über den Arbeiten am neuen Album, als sich die Gelegenheit bot, nochmal nach Deutschland zu kommen, um als Headliner zu touren. Da wir hier bislang nicht so viel spielen konnten wie wir eigentlich wollten, haben wir sofort zugesagt. Und es hat sich mehr als rentiert. Die heutige Show ist die letzte der Tour und wir können mit Überzeugung sagen, daß es das Beste war, was wir hier je gemacht haben. Deutschland ist wunderschön und sehr wichtig für uns als Band und ich muß sagen, wir sind große Fans des Landes geworden. Wir respektieren die Kultur, die Leute und freuen uns schon, wenn wir wieder zurück kommen können.
Das freut uns dann natürlich ebenso. Du sprachst von Eurer neuen Platte. Ist da vielleicht schon ein Releasedate anvisiert?
Oh ja, ich denke wir müßten damit im Oktober fertig sein… Oktober 2014. Nein, nur ein Scherz. Aber ich bin ganz ehrlich, wir reden nie über Veröffentlichungsdaten. Das bringt nur unnötig Stress in den Entstehungsprozess. Das Ding ist fertig, wenn es fertig ist.
Bei Eurem noch aktuellen Album „A Beautiful Lie“ hattet ihr 40 Songs zur Auswahl und nur 10 schafften es auf den Silberling. Ist das wieder so und wie könnt Ihr nur aus so vielen Songs die Richtigen auswählen, ist diese Entscheidung nicht unglaublich schwer?
Ja, du wirst lachen, es sind diesmal sogar um die 100 Songs, die wir bereits fertig haben… und wir komponieren immer noch. Die Auswahl ist garnicht mal so schwer. Wir versuchen natürlich, uns nicht zu kopieren und ohne uns zu verleugnen, neue Pfade zu beschreiten. Nicht nur textlich wird es eine andere Geschichte sein, sondern auch in musikalischer Hinsicht. Wir suchen uns Songs heraus, die zum Beispiel eine andere Verbindung zwischen Drums und Gesangsflow haben, als bisher verwendet… oder zwischen eher düsteren und melancholischen Titeln und symphonischen Nummern eine glaubwürdige Brücke zu schlagen. Letztendlich achten wir auf die Harmonie zwischen den Songs. Und da diese nur bei wenigen perfekt ist, wird es nicht allzu schwer, die richtigen auszuwählen. Mußt Du eigentlich alles was ich sage ins Deutsche übersetzen?
Ja, klar.
Ich hoffe, Du lässt mich dabei intelligenter aussehen, als das was ich hier brabble! *gg*
Mach Dir keine Sorgen, jeder wird Dich verstehen! *gg* Jared zieht einen Kirschzweig mit zwei daran hängenden Kirschen aus der kleinen Schüssel, hält ihn hoch während die beiden Kirschen nebeneinander baumeln und fragt uns „an was erinnert Euch das?“… Wir zögern etwas. Shannon greift in die Obstschale vor sich und hält eine Banane vor die zwei Kirschen. Ok, die Assoziation
war nun eindeutig. Wir meinten, die Proportionen würden nicht ganz stimmen. Jared darauf: „Ja, meint ihr? Also für mich stimmt hier alles...sollte ich mir nun Sorgen machen?!“
Zwischen einigen weiteren humorigen Ausflügen gaben die Burschen noch Antworten auf folgende Fragen… 30 Seconds To Mars ist ein recht undefinierter Bandname. Das ist sicher so beabsichtig, oder?
Ja, auf alle Fälle. Der Name an sich stammt von einem Harvard-Professor, der diese Worte als Überschrift für sein Thesenpapier verwendete. Der Name hat für uns sehr wenig zu tun mit Weltall oder Universum oder dergleichen. Der Ttitel ist lyrisch, suggestiv, filmisch und gefüllt mit Unmittelbarkeit… einfach perfekt um unseren Sound zu beschreiben.
Viele Fans von Jared Leto sind nicht nur Musikfans von 30 Seconds sondern auch von Dir als Schauspieler… und sicher liegt den meisten die Frage auf der Zunge, wie es ist beide Genres gleichermassen zu bedienen.
Nun, momentan hat die Musik Priorität. Glücklicherweise gibt es viel zu tun und wir können unglaubliche Erfahrungen sammeln wenn wir auf Tour sind. Wir haben „A Beautiful Lie“ nun ununterbrochen die letzten zwei Jahre promoted, die einzige Ausnahme machte ich für einen Film namens „Chapter 27“, für dessen Dreharbeiten ich sechs Wochen im Januar Auszeit von der Band nahm. Ich werde oft gefragt, was ich wählen würde, wenn ich müßte. Ich sehe mich selbst nicht als Schauspieler, der Musik macht oder als Musiker, der schauspielert. Ich möchte mich niemals entscheiden müssen und bin sehr dankbar beides tun zu können.
Wenn es um die Musik geht, kennt Jared keine Kompromisse. Er sagte sogar schon Shows von 30 Seconds ab, da die Veranstalter mit seinem Namen als Schauspieler warben. Ein Musiker aus Passion… davor zollen wir Respekt!
Text: Max
Interview: Max & Ingo
Offizielle Band-Homepage: www.30secondstomars.de
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