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Die Happy

Ihr werdet Euch wohl denken „Was zum Geier…?“, aber wartet´s ab! Die Happy, seit Ihrem Debut „Supersonic Speed“ 2001, eine der dauerhaft erfolgreichsten Rockgruppen unseres Landes, warfen am 18. April ihr sechstes Studioalbum (Eigenproduktionen und Livealben nicht mitgezählt), passenderweise mit „VI“ betitelt, auf den wartenden Markt und schossen sofort auf Platz 13 der deutschen Charts. Dies zum Anlass, und weil es immer wieder schön ist, sich mit den Sympathiebolzen zu unterhalten, schnackte ich mit Gitarren-Mastermind und Bandmitbegründer Thorsten Mewes über Platten, Erfolg und so manch Anderes.

Ihr werdet Euch wohl denken „Was zum Geier…?“, aber wartet´s ab! Die Happy, seit Ihrem Debut „Supersonic Speed“ 2001, eine der dauerhaft erfolgreichsten Rockgruppen unseres Landes, warfen am 18. April ihr sechstes Studioalbum (Eigenproduktionen und Livealben nicht mitgezählt), passenderweise mit „VI“ betitelt, auf den wartenden Markt und schossen sofort auf Platz 13 der deutschen Charts. Dies zum Anlass, und weil es immer wieder schön ist, sich mit den Sympathiebolzen zu unterhalten, schnackte ich mit Gitarren-Mastermind und Bandmitbegründer Thorsten Mewes über Platten, Erfolg und so manch Anderes.
Das Wort „schnacken“ konnte ich mir nicht verkneifen. Du bist ja vor kurzem umgezogen nach Hamburg. Hast Du Dich als geborener Bayer und ex-Würtemberger gut eingelebt und Dir vielleicht schon nen Krabbenkutter-Slang angeeignet?
Ich sag nur: „Nich lang schnacken, Kopp in´ Nacken!“ - das war das erste, das ich zu hören bekommen habe. Wir Musiker sind ja trinkfest, was man in Hamburg auch wirklich sein muß. Den Kiez besuche ich zwar nicht mehr so oft seit ich hier wohne, doch es gibt wirklich sehr schöne und vor allem viele Kneipen in meiner Gegend. Sonst muß ich sagen, daß der Hafen einfach traumhaft schön ist und einem das Gefühl von Freiheit und Weltverbundenheit gibt. Hamburg ist meiner Meinung nach die schönste Stadt Deutschlands.
Da wird den hamburger Fans sicher das Herz aufgehen, das zu lesen. Mit Eurer letzten Platte „No Nuts No Glory“ hatte ich als alter Die Happy Fan so meine Probleme. Die Songs haben sich mir nicht so erschlossen wie sonst immer und irgendwie gefiel mir persönlich der Sound nicht. Ich weiß, es sollte irgendwie „roher“ sein, aber „härter“ fand ICH es deshalb jetzt auch nicht. Das neue Album „VI“ klingt wieder viel frischer und auch „dicker“ im Sound. Hattet Ihr mehrere Meinungen wie meine zum letzten Album gehört?
Wir wollten beim letzten Album einfach mal etwas neues ausprobieren und es hat extrem viel Spaß gemacht, die Songs so roh zu lassen, wie sie entstanden sind. Bei der neuen Platte wollten wir wieder mehr Details reinbringen und haben daher auch wieder mehr Overdubs auf dem Album. Wir haben einen anderen Ansatz verfolgt, wollten den Songs einfach mehr Zeit zum reifen geben - wie ein guter Wein eben seine Zeit braucht, so müssen Stücke machmal auch etwas liegen bleiben und überarbeitet werden. Mir persönlich gefallen beide Platten extrem gut, auch wenn die Meinungen dazu sehr auseinander gegangen sind. Ich glaube, wir haben mit „VI“ einen Brückenschlag zwischen den „alten“ und den „neuen“ Die Happys geschafft.
Erfolgsmässig gings mit dem letzten Album insgesamt auch nicht sooo bergauf. Bei der neuen Scheibe scheint das anders zu sein, oder? Charteinstieg auf Platz 13 problemlos gemeistert?
„No Nuts, no Glory“ chartete auf Platz 15 - und das im Herbst, wo schon sehr viel „Großkarätiges“ aus dem Ausland am Start war. Von daher kann man das mit einem Platz 13 gut vergleichen, ohne dabei rot werden zu müssen. Aber für uns sind die Charts nie ein Maßstab gewesen, vor allem nicht in diesen Zeiten. Heutzutage braucht man ja wirklich nicht mehr viel Platten verkaufen, um hoch zu charten. Es ist zwar immer schön, in den Top 100aufzutauchen, doch am Ende interessiert uns viel mehr, ob die Leute die Musik gut finden und auf unsere Konzerte kommen. Es gibt tatsächlich sehr viel mehr musikalisches Leben neben den Charts, das kann man durch MySpace sehr viel individueller genießen.
Wie sind denn allgemein die Resonanzen auf Euer neues Album bislang?
Ich habe heuer sehr wenig Kritiken gelesen, kann mir aber eh schon immer denken, was welche Magazine über uns schreiben. Es ist ja nun so, daß wir seit 15 Jahren dabei sind. Da weiß man, wer seine Freunde und wer seine Feinde sind. Ich kann mit Kritik sehr gut umgehen, weil ich mir sage, „das ist die Meinung eines Einzelnen“ und eine Meinung ist weder objektiv noch subjektiv, sondern rein persönlicher Geschmack.
Ich hatte gehört, Ihr streitet Euch schon ab und zu mal ein bißchen um den Bandsound bzw. über´s Songwriting, manchmal sogar, bis die Tränen fließen… zumindest hat das Marta in einem Radio-Interview hier in Nürnberg abgelassen. Was sind denn da so die hauptsächlichen Streit- oder Angriffspunkte?
Wenn vier Leute schon so lange zusammen Musik machen, dann kennt man die Stärken und auch die Schwächen seiner Mitmusiker. Unser Produzent hat uns mal gesagt, er hätte noch nie eine solch krasse Streitkultur in einer Band erlebt, aber gleichzeitig auch noch nie solch eine Harmonie. Ich glaube, wir sind vier sehr starke Persönlichkeiten und wenn es in einem kreativen Prozess darum geht, seine Meinung durchzudrücken, dann kracht es einfach mal. Der Punkt ist, daß man nie den Respekt vor dem Anderen verlieren darf und das haben wir bisher noch nie. Jeder kann an seinem „Arbeitsplatz“ machen, was er für richtig hält und hat von allen den Segen. Wir streiten uns meist um Kleinigkeiten in Songs, darum verlief die Produktion zu „No Nuts No Glory“ auch viel harmonischer, denn dort gab es kaum musikalische Details :-)
Gab´s eigentlich jemals bei einem von Euch oder mehreren, den Gedanken die Band zu verlassen oder alles hinzuwerfen? Ihr seid ja nun fast seit Anfang an ohne Besetzungswechsel ausgekommen. Woran liegt das?
Nunja, Jürgen ist der 3. Drummer und Ralph der 3. Bassist. Aber seit 1999 sind wir ein Team und werden es auch bleiben, solange Die Happy existiert. Es gibt keinen Grund, an der Besetzung etwas zu ändern. Wir haben uns gesucht und gefunden.
Wie siehst Du als mittlerweile schon alter Hase das Musikbusiness und seine Entwicklung?
Ich kann nur sagen: Veränderungen sind stets etwas Positives gewesen. Ich glaube, in ein paar Jahren wird sich der Musikmarkt so grundlegend verändert haben daß keiner mehr jammern muß....ausser vielleicht die Ex Major Companies, weil es sie nicht mehr geben wird. Ich blicke positiv in die Zukunft und freue mich schon darauf zu sehen, was sich kreative Köpfe ausdenken werden, um Musik zu vermarkten. Eins ist aber in jedem Fall klar: Es wird IMMER Musik geben… die Leute können nicht ohne sie leben… ich auch nicht *gg*.
Hat der Nachwuchs überhaupt noch eine Chance? Und was muß er mitbringen, um irgendwie ne „Welle“ zu kriegen, die ihn mitnimmt?
Ich glaube, die Zeiten standen nie besser für den Nachwuchs, auch wenn es viel Eigeninitiative und Arbeit für die Bands bedeutet. Aber zumindest legt man so den Irrglauben ab, mit einem Plattenvertrag in der Tasche könne man sich zurücklehnen und nur noch das Geld zählen. Wenn man nach oben möchte, muß man einfach 1000% geben, ob mit oder ohne Label.
Marta war ja nun schon sehr oft im Fernsehen. Gab´s da nicht schon mal vielleicht ein Rollenangebot für die Leinwand? …oder gar von namhaften freizügigen Magazinen? ;-)
Klar fragen freizügige Magazine an, aber das ist bei so einer tollen Frau auch kein Wunder! Sie haben ja kaum etwas Spannendes anzubieten das ganze Jahr über. Leider konnten wir sie bisher nicht dazu überreden, das Angebot anzunehmen… wüßten schon auch gerne, wie unsere Marta aussieht, wenn sie sich nackt am Strand räkelt! *gg*
Es scheint offensichtlich gerade „in“ zu sein, daß Musiker sich mit Schauspielern zu einer Comedy-Truppe zusammenwerfen (siehe Ben oder Sandy von den No Angels)… wäre das nichts für Euch oder einzelne von Euch auch?
Das habe ich bisher nicht wahrgenommen, aber ich bin auch ein kleiner Medienverächter. Allerdings könnte ich mir das persönlich gut vorstellen. Dann aber mit Tim Mälzer zusammen, frei nach dem Motto „Der Dünne und der Dicke“, wobei da die Frage zu klären bleibt, wer denn nun der Dünne von uns beiden ist. Zumindest hätte der Begriff „Niveau“ eine völlig neue Bedeutung, denn wir schenken uns beide nichts in Sachen „Vollproletentum“.
Na da kann man ja nur drauf hoffen, daß man dieses Pärchen bald im Flimmerkasten zu sehen bekommt. Wir drücken hierfür und natürlich für den weiter anhaltenden Erfolg alle zur Verfügung stehenden Daumen… mein linker ist gerade leicht lädiert und muß daher pausieren! Oohh, ich weiß, danke! Und wer Lust hat, an der wahnwitzig genialen Idee mitzuwirken, das längste Musikvideo aller Zeiten zu drehen, der schickt sein selbstgemachtes „Lauf-Video“ an die vier Damen und Herren und verewigt sich damit vielleicht in einem Guinnessbuch-trächtigen Filmchen. Alle Infos dazu findet Ihr auf www.myvideo.de/channel/Die-Happy
Interview & Text: Max
Band-Homepage: www.diehappy.de
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