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Dream Theater vs. Symphony X

Eines frostigen Abends fanden sich zwei Journallien in Gestalt von Ingo und Max in den Gefilden Erlangens ein um in Eiseskälte wartend sich warme Gedanken zu machen, während sie vor den Toren der Stätte des denkwürdigen Zusammentreffens zweier Progressive Metal Götterbands warteten. Es dauerte kaum Jahrhunderte, da wart ihnen Einlass gewährt um zum ersten Gott des Gitarrenspiels, John Petrucci, dem Oberhaupt des Traum Theaters geleitet zu werden. In, eines Gottes würdig, prunkvoller Umgebung (des 5 qm großen Umkleidungsraumes) empfing uns ihre Majestät in vollbärtiger Weisheit und gab uns auf unser Anliegen bereitwillig Audienz.

Eines frostigen Abends fanden sich zwei Journallien in Gestalt von Ingo und Max in den Gefilden Erlangens ein um in Eiseskälte wartend sich warme Gedanken zu machen, während sie vor den Toren der Stätte des denkwürdigen Zusammentreffens zweier Progressive Metal Götterbands warteten. Es dauerte kaum Jahrhunderte, da wart ihnen Einlass gewährt um zum ersten Gott des Gitarrenspiels, John Petrucci, dem Oberhaupt des Traum Theaters geleitet zu werden. In, eines Gottes würdig, prunkvoller Umgebung (des 5 qm großen Umkleidungsraumes) empfing uns ihre Majestät in vollbärtiger Weisheit und gab uns auf unser Anliegen bereitwillig Audienz.
Um die Schwulzt kurz niederzulegen… ein äusserst gutgelaunter lässiger John teilte und auf unsere Frage, wie es denn gerade so liefe, ausschweifend mit…
“Es läuft richtig gut für uns. Es ist unserer erste Platte bei Roadrunner und wir wurden noch nie zuvor in alle Belange so einbezogen wie es jetzt der Fall ist. Die Tour läuft auch prächtig. Nachdem wir im Juni einige Festivals in Europa spielten, dann eine ganze Tour in den USA absolvierten, sind wir nun wieder hier in Europa um unsere Tour zu machen. Und es liegen noch viele Shows vor uns.“
Auf die Frage nach den Abumresonanzen, antwortete er ganz stolz „Wir sind super zufrieden. „Systematic Chaos“ ist so hoch in die Charts eingestiegen, wie noch keines unserer vorangegangenen Alben.“
Woran liegt der Erfolgstoss Deiner Meinung nach?
„Nun, es hat sich viel verändert in den letzten fünf Jahren der Bandgeschichte. Unser Publikum wird zunehmend jünger. Mittlerweile sind bereits die Kinder unserer „alten“ Fans an die 12-14 Jahre alt und stehen auf unsere Musik, was total cool ist. Ich denke, daß wir immer mit der Zeit gegangen sind und nicht altmodischen Kram machen, tut
sein Übriges dazu, aber ich weiß es nicht wirklich. Ich bin jedenfalls froh, daß es so ist“, grinst John.
Was Euch ja gegönnt sei… „Systematic Chaos“ ist das bislang rauheste und härteste Dream Theater Album. Woher kommt die Aggression? War die Zahnpasta alle?
„Haha, nein die Zahnpasta war´s nicht. Also ich als Gitarrist stehe eh mehr auf deftigere Klänge und härtere Riffings. Vergiss mal das Progressive und die Fusion Elemente… im Grunde hat jeder von uns seine alten Heroen von Judas Priest über Zeppelin oder Sabbath im Herzen und durch den aktuellen Metal wie z.B. von Chevelle, Mudvayne oder Machine Head generiert man automatisch seinen eigenen Sound mit neuen Stilmitteln. Alles andere wäre ja Stagnation.“
Wie läuft denn so ein Songwriting-Prozess bei Euch ab?
„Nun, wir gehen alle in ein Aufnahmestudio, verkabeln und mikrophonieren alles und spielen drauf los. Alles wird mitgeschnitten und irgendwann formt sich daraus ein Konstrukt. Wenn das dann soweit fertig ist, werden Lyrics geschrieben und Vocals eingesungen. Und irgendwann ist eine Scheibe fertig.“
Aha, das erzählst Du gerade einem Sänger (Max), daß der Gesang zum Schluß kommt, der sich dann wohl inmitten der ganzen Musik ein Plätzchen suchen muß, wo er noch reinpasst? Jaja, die Gitarristen halt.
John lacht und meint „genau so ist es! Nein, das war natürlich nur Spass. Aber früher war es bei uns tatsächlich genau so, wie Du sagtest. Wir schrieben diese ewig langen Instrumentals und der Gesang mußte dann irgendwie drübergelegt werden. Aber mittlerweile wissen wir schon beim Schreiben, was die Strophe, Bridge und Refrain wird und
lassen daher genügend Raum zur Entfaltung von James´ Gesang“ wobei sich der Giatrrist ein gewisses Schmunzeln nicht verkneifen kann.“
Ihr wisst sicherlich, daß für viele Progressiv Metal Fans ein Traum wahr geworden ist, daß ihr zusammen mit Symphony X auf Tour seid. Warum hat das so lange gedauert die zwei „Kings of Prog Metal“ zusammenzuführen?
„Ich weiß es ehrlich gesagt nicht. Wir absolvierten ja zusammen die Gigantour in den Staaten und lernten uns da erst richtig kennen und mögen.“
Und wie ist es mit den Jungs und was hältst Du von deren neuer Scheibe „Paradise Lost“. Du darfst auch ganz ehrlich sein!
„Oh, ich brauche nicht mal zu schwindeln, ich finde sie einfach grossartig! Alle sind herausragende Musiker und supernette Leute. Das Album ist mächtig heavy und einfach klasse. Symphony X sind noch ein bißchen mehr Metal als wir es sind. Sie haben diese heavy Riffings, verstärkt melodische Hooklines und selbstverständlich das Orchestrale, was ihren Stil ausmacht.“
Ich werde Michael Romeo (Gitarrist von Symphony X / Anm.d.Red.) übrigens später die selbe Frage stellen.
John meint „Oh, er sagt bestimmt it sucks!“ und lacht dabei.
Ganz sicher wird er das sagen, John. Ihr habt Euch bislang immer wieder mal ganzen Kult-Alben der Metalhistorie, wie etwa Metallica´s Master Of Puppets, Iron Maiden´s Number Of The Beast oder Pink Floyd´s Dark Side Of The Moon, angenommen und das Ganze live komplett gecovert. Was ist als nächstes dran?
„Ja, das ist eine coole Abwechslung für uns und immer wieder eine Überraschung für die Fans“, äussert John. „Jedesmal wenn wir zwei Shows hintereinander in der selben Stadt spielen, ist der zweite Abend für die Covergeschichte reserviert. Aber wir verraten nicht, was wir als nächstes machen. Das soll ja eine Überraschung sein.“
Tja nur nicht für uns! In Deutschland wart Ihr noch nie zweimal hintereinander in der selben Stadt *grummel*. John zuckt die Schultern und entschuldigt sich mitleidig!
Ingo zeigt ihm seine „Rarität“, das Coverartwork der Dream Theater Scheibe „Live Scenes from New York“, von dem es nur ganz wenige weltweit gibt. Die Abbildung zeigt als Hommage an die Heimatstadt der Band das in einen brennenden Apfel mit der NY-Skyline (inkl. der Twintowers) umgewandelte Bandlogo. Das Makabere daran ist aber, daß das Album am 11. September 2001 veröffentlicht wurde - und dann nach zwei Stunden komplett vom Markt genommen wurde.
John holt tief Luft „Ja, das war wirkich bizarr! Was für ein unglaublich abartiger Zufall das war. Wir konnten es nicht glauben, daß das Cover solche Parallelen zur Wirklichkeit aufwerfen würde. Deshalb haben wir es auch gestoppt. Eine Rapband aus New York hatte es ebenso getroffen, nur daß deren Artwork noch krasser der Realität Tribut gezollt hätte… es zeigte den World Trade Center in Flammen.“
Zum Abschluß eine Frage, die die Leute immer wieder gerne beantwortet wissen wollen: was würdest Du tun, wenn Du nicht erfolgreicher Gitarrist bei Dream Theater wärst?
„Puh, ehrlich gesagt… ich habe null Ahnung. Es gibt einige Freunde von mir, die in Bands spielen und nebenbei einem regulären Job nachgehen bzw. müssen. Aber für mich selbst gab es immer nur die Musik. Ganz offen… ich wäre vollkommen aufgeschmissen!“ (lacht)
Wir danken für die Audienz und empfehlen uns gen Ausgang, um auf Gott Nummer zwei zu warten…

Gerade noch im Thronsaal des Gitarrengottes John Petrucci dem Ersten, bekommen wir auch schon Audienz im zwielichtigen Olymp des anderen Gottes der Gitarre, Michael Romeo. Der Symphony X Gitarrero sollte uns den nahezu selben Fragen Antwort stehen und tat dies vortrefflich beim Genuß einer, zweier, dreier… äh mehrerer Zigaretten.
Michael, wie läuft es denn gerade für Euch so?
„Es läuft richtig super momentan. Unsere neue CD erhält beste Kritiken, die Tour jetzt mit Dream Theater zeigt überwältigende Publikumsreaktionen und Akzeptanz… was will man mehr?“
Nun, das war ja nicht immer so. Mit Eurem damaligen Wechsel zu EMI erhofftet Ihr Euch sicher wesentlich mehr und wurdet ganz schön enttäuscht, sagte mir Euer Sänger Russel Allen bei unserem letzten Plausch.
„Well, man erwartet ja immer mehr, als dann tatsächlich getan wird. Als wir bei EMI waren, wurden uns viele Entscheidungen vorenthalten, und wir mußten damit leben, was für uns beschlossen wurde. Jetzt sind wir ja wieder zurück zu Inside Out, die sämtliche Alben zuvor bereits veröffentlicht haben. Mit der neuen Zusammenarbeit mit SPV läuft erstmals alles sehr harmonisch. Wir können sehr viel mitreden und die gute Promotion zeigt sich bereits in vielen Berichten und Stories über uns in allen szenerelevanten Medien. Zusätzlich bekamen wir sogar eine Spezialverpackung für unser Album. Wir sind sehr zufrieden, solange unsere Scheiben auf den Markt kommen“, gibt sich Mr. Romeo bescheiden.
Apropos „Spezial“… Euer Album kam im normalen Jewelcase, sowie als Special Edition mit besagter Sonderverpackung und Bonus-DVD in den Laden. Du weißt sicher, was jetzt kommt, oder?
„Oh jaaa“, gibt sich Michael gequält… „Du sprichst die Qualität der Bonus-DVD an, richtig?“
Rischtisch! Wo man leider nicht dran vorbei kommt… Ich denke, jeder Symphony X Fan hüpfte wie ein Flummi auf und ab, als bekannt war, daß es endlich Filmmaterial von Euch zu bestaunen gibt. Und dann kam der Schlag ins Gesicht. Qualität des Materials in jeder Hinsicht, film- wie soundtechnisch, eine einzige Katastrophe. Das war sicher nicht das, was Eure treuen Anhänger sehen wollten, was meinst Du?
„Ja, ich weiß. Das Ding ist nicht wirklich das Gelbe vom Ei, aber das haben wir unserem Label zu verdanken. Wir hatten unsere komplette Konzentration auf die Musik gelegt und plötzlich hieß es, wir sollten Bonusmaterial in Form von Video- bzw. Livemitschnitten für eine geplante Special Edition zur Verfügung stellen. Wir antworteten, es wären ein paar selbstgemachte Aufnahmen mit der VideoCam vorhanden, die aber nur je einen Blickwinkel und bescheidenen Sound hätten. Wir dachten, es soll ein kostenloser Bonus-Gimmick für die Fans sein. Daß das teilweise als Verarsche an den Fans deklariert werden würde, konnten wir nicht ahnen. Ich rate jedem deshalb, lass die Musik wirken, denn das ist es, auf was es ankommt.“
Und wie siehts nun mit der langersehnten echten und offiziellen Home-DVD von Symphony X aus?
„Es sieht gut aus. Wir können sagen, daß die finanziellen Mittel für eine Produktion dieser Art in einer entsprechend hohen Qualität, sowie konkrete Pläne dafür vorhanden sind. Wir freuen uns schon darauf, wahrscheinlich nächstes Jahr unsere erste Live-DVD in super Qualität, versprochen, rauszubringen.“
Kommen wir nochmal auf Euer aktuelles Album „Paradise Lost“ zu sprechen, das im übrigen auch von uns mit voller Punktzahl bewertet wurde!
„Oh dankeschön, das freut mich!“
Schon gut, gern geschehen! Es ist zweifelsohne Euer bislang härtestes Album. Woher kommt die Gewalt? Lieblingsserie im Fernsehem verpasst?
„Ha, die verpass´ ich ständig! Könnte sein, daß das auch dazu beigetragen hat“, grinst Michael weiter. „Es stimmt, das Album ist wirklich ziemlich heavy geworden. Die Riffings habe ich diesmal mehr oder weniger im Alleingang geschrieben und sie entwickelten sich einfach so. Die Produktion passt dafür wie Arsch auf Eimer und ich denke, neben unserer typischen Musikalität und Progressivität hat das Album genug Härte, um den straighten Metal Fan auch zu überzeugen.“
Die Verkaufszahlen beweisen dies eindrucksvoll. Du sagst, Du hast diesmal die Zügel sozusagen in Deine Hände genommen. Wie verläuft denn so ein Entstehungsprozess eines Symphony X Songs bzw. Albums?
„Also das erste, was wir vor jedem Album tun, ist uns zusammenzusetzen und zu beraten, wie das Album später klingen und welche Art von Aufbau es haben soll. Beim „V - The New Mythology Suite“-Album z.B. wollten wir ein Konzeptalbum machen und alles sehr symphonisch und imposant gestalten. Da hat dann auch Michael Pinella, unser Keyboarder, sehr viel zum Songwriting beigetragen. Bei „Paradise Lost“ war unser Konsenz, daß alles mehr Metal und damit gitarrenorientierter sein sollte. Also blieben die anderen zuhause und liessen mich meine Riffings machen“, passt Michael, der sich die dritte Zigarette ansteckt. „Aber es ist schon so, daß jeder Einfluß hat, solange die Idee
jedem gefällt und sie gut zum Song passt. Wenn wir dann die Musik als Demo aufgenommen haben, verschanzt sich unser Sänger Russel für ein paar Wochen und tüftelt Texte und Melodien aus. Die Songs werden immer in Hinsicht auf alle Instrumente und natürlich Melodien ausgearbeitet. Da ist mittlerweile genügend Erfahrung vorhanden.“
Du weißt, daß dieses Package zusammen mit Dream Theater auf Tour zu gehen, ein Traum für viele Prog Metal Fans ist. Warum hat das so lange gedauert, bis Ihr Euch gefunden habt?
„Tja, das hat sich erst bei der US-Gigantour ergeben, daß wir uns persönlich kennengelernt haben. Wir verstanden uns auf Anhieb ausgezeichnet. Und irgendwann haben sie
uns angerufen und gefrag, ob wir Lust hätten mit Ihnen auf Europa-Tournee zu gehen. Klar, hatten wir das! Und hier sind wir!“, strahlt Michael mir entgegen.
Weißt Du, wir hatten uns vorhin mit John Petrucci unterhalten…
„Hat er schlecht über mich geredet?“, fragt mich Michael.
Klar hat er das, die ganze Zeit über!
„Oh man, ich werd ihm nachher in den Hintern treten!“ flachst er weiter.
Spass beiseite. Wir fragten ihn nach seiner Meinung über Euch und Euer Album. Was kannst Du über Dream Theater und ihr neues Album sagen? Keine Angst, wir verpfeifen keinen! *grins*
„Ganz ehrlich, ich finde sie großartig. Es sind alles super liebenswerte Jungs mit denen man sehr viel Spaß haben kann… was wir jeden Tag erleben. Sie sind natürlich technisch hervorragende Musiker, aber gerade die neueren Sachen haben auch tierisch Eier, wenn Du weißt, was ich meine. Auch live sind sie der Burner. Jeden Abend John an der Gitarre zu beobachten macht schon wirklich Laune und inspririert mich auch. Ich warte die ganze Zeit darauf, daß sie endlich mal eine fucking Note verhauen - vergiss es!!“
Wär´s nicht eine coole Sache, wenn Ihr von beiden Bands ein paar Leute zusammenwürfeln würdet, um einen Song oder ein Cover zusammenzurocken?
„Naja, ich weiß nicht. Wir jammen öfters mal zusammen oder fiedeln auf unseren Klampfen herum, aber jeder hat seine feste Show und ich denke, das sollte so bleiben.“
Dream Theater covern ja desöfteren mal ganze Alben und spielen diese dann live an einem zweiten Abend in einer Stadt, wie uns John verriet… Wär das nicht auch mal was für Euch?
„Nee… eigentlich nicht. Wir haben gecovert ohne Ende, als wir noch jung waren und unsere Instrumente noch nicht so beherrscht hatten. Jetzt wo wir sie beherrschen, wollen wir unser eigenes Zeug lieber spielen als Covers. Und außerdem machen ja das Dream Theater schon und das auch noch äusserst gut. Da wären wir ja nur Nachäffer.“
Stimmt auch wieder. Also niemals ein Coversong bei Symphony X?
„Ach, sag niemals nie. Beim Soundcheck haben wir schon öfters was von Led Zeppelin oder Boston gespielt. Aber sagen wir einfach, vorerst nicht live.“
Wir verbeugten uns und warteten gespannt auf die Live-Explosion von Dream Theater und Symphony X in concert…
Interview: Max & Ingo
Text: Max
Band-Homepages: www.dreamtheater.net www.symphonyx-com
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