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Agrypnie
Mit „Exit“ ist Agrypnie wieder ein äußerst interessantes, atmosphärisch dichtes Album gelungen, das im direkten Vergleich zum Debut durch die „Verwendung“ eines menschlichen Drummers v.a. auch durch einen deutlich organischeren Sound daher kommt.Zeit für eine kurze Standortbestimmung....

Mit „Exit“ ist Agrypnie wieder ein äußerst interessantes, atmosphärisch dichtes Album gelungen, das im direkten Vergleich zum Debut durch die „Verwendung“ eines menschlichen Drummers v.a. auch durch einen deutlich organischeren Sound daher kommt. Bei Drumcomputern im Metalbereich stellen sich nicht wenigen Fans immer wieder die Haare auf. Was bringt einen dazu, eine solche Maschine nicht nur im Proberaum, sondern auf einem offiziellen Release zu verwenden? Waren damals zeitliche Probleme der Hintergrund, oder ist es einfach zu schwer, kurzfristig einen adäquaten Schlagwerker zu finden?
Weniger schwer, denn Mathias (damaliger Nocte Schlagzeuger) hätte das Album sicherlich eingespielt. Es ging vielmehr darum daß das Studiobudget zur „F51.4“ sehr begrenzt war und ich deshalb kein Schlagzeug im Proberaum aufnehmen wollte, denn im Studio wäre das aufgrund angesprochenen Budgets nicht möglich gewesen. Es wäre sicherlich einen Versuch im Proberaum wert gewesen, aber zum damaligen Zeitpunkt schien mir der Drumcomputer die richtige Entscheidung zu sein. Davon abgesehen programmieren heute viele Bands ihre Drums, oder triggern sie so zu Tode, daß sie wie programmiert klingen. Natürlich haben meine Drums nicht wie organische Drums geklungen, aber hier und dort hatte ich das Gefühl, daß die Leute den Drumcomputer im Booklet gelesen haben und sofort eine Meinung dazu hatten, ohne auch nur eine Minute
gehört zu haben.
Wie sind die kompositorischen Abläufe bei Agrypnie geregelt? In der Bandinfo ist zu lesen, daß bei Torsten explizit „Songwriting“ vermerkt ist, was ja nicht üblich ist. Die Credits stehen zumeist bei den einzelnen Songs und im Copyrighttext einer Scheibe, nicht direkt bei den Namen der Bandmembers. Haben die anderen Musiker demnach gar keinen Einfluß auf’s Songwriting? Wie siehst du Agrypnie? Band oder eher Soloprojekt mit festen Musikern?
Die anderen haben keinen Einfluß auf‘s Songwriting, zumindest im Moment nicht. Vielleicht ändert sich das mal eines Tages, aber Agrypnie ist nun mal mein Baby und deshalb sind bisher auch alle Songs von mir. Aber das stellt kein Problem dar, denn die Jungs wußten worauf sie sich einlassen und haben auch ihre eigenen Projekte und Bands bei denen sie sich musikalisch austoben. Ich sehe aber Agrypnie trotzdem mittlerweile als Band, da ich mich mit den Jungs einfach großartig verstehe und es die Sache nicht auf den Punkt bringen würde das ganze als Soloprojekt mit Musikern zu schimpfen. Aber letztendlich ist es eigentlich auch scheißegal wie man die Sache schimpft ;-)
Ich denke, daß das Arbeiten in einer vollständigen Band vom Album bis zur Livepräsentation natürlich auch ein bißchen einfacher werden dürfte. Wie sind die aktuellen Planungen für die Konzertsaison 2008/2009? Werden wieder nur ausgewählte Shows gespielt – oder ist diesmal eine ausgedehnte Konzertreise und die eine oder andere Festivalshow geplant?
Es wird auf „wieder nur“ hinauslaufen. Bisher gab‘s noch keine Möglichkeit eine Tour zu fahren, aber ich hoffe, daß das früher oder später noch passieren wird. Wir werden nächsten Monat auf‘m Summerbreeze spielen, das wird auf jeden Fall ne großartige Sache. Danach steht ein Gig mit Farsot und Geist an und wir haben ein Wochenende mit drei Konzerten in Aussicht, aber dazu will ich noch nicht zu viele Worte verlieren, bevor es nicht hieb und stichfest ist.
Bei Black-Metal-Bands ist meist eine intensivere Beschäftigung der Musiker mit philosophischen Ansätzen anzutreffen, die dann auch in die Band einfließen. Gibt es bei Agrypnie ebenfalls diese Tendenz? Wenn ja, könntest Du uns diese kurz beschreiben? Was bedeutet eigentlich der Bandname?
Der Bandname bedeutet so viel wie „Schlaflosigkeit“. Es gibt durchaus philosophische Hintergründe bei Agrypnie, obwohl ich nicht zu dem Schlag Mensch gehöre, der Unmengen an philosophischer Lektüre konsumiert. Aber ich bin ein ziemlicher… wie soll ich sagen… Kopfmensch und ich bin ständig am Grübeln und mach mir Gedanken um viele Dinge. Sowas fließt dann natürlich auch in meine Musik ein.
Wie geht’s mit Agrypnie weiter? Schon Ideen für die nächste Scheibe?
Ich hoffe wir werden noch einige gute Konzerte in der nächsten Zeit spielen und vielleicht auch endlich mal eine Tour fahren, bevor es dann früher oder später fürs nächste Album ins Studio geht. Auf jeden Fall sind bereits ca. 1/3 der Songs für die nächste Scheibe fertig geschrieben bzw. noch einiges aus der „Exit“-Session übrig.
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