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Defy The Laws Of Tradition

Wer als Metaler der härteren Gangart im Nürnberger Raum noch nichts von Defy The Laws Of Tradition gehört hat, geht entweder nie vor die Tür oder interessiert sich partout nicht für den Underground und seine Perlen. Die fünf Mann starke Nürnberger Combo, mit Phil an der Gitarre und Backingvocals, Spike an der 2. Gitarre, Chris am Bass, Jürgen am Schlagzeug und Nico als rastlose Kreischboje, konnte sich seit 2006 eine beachtliche Fangemeinde erspielen…

Wer als Metaler der härteren Gangart im Nürnberger Raum noch nichts von Defy The Laws Of Tradition gehört hat, geht entweder nie vor die Tür oder interessiert sich partout nicht für den Underground und seine Perlen. Die fünf Mann starke Nürnberger Combo, mit Phil an der Gitarre und Backingvocals, Spike an der 2. Gitarre, Chris am Bass, Jürgen am Schlagzeug und Nico als rastlose Kreischboje, konnte sich seit 2006 eine beachtliche Fangemeinde erspielen…
was nur dann wirklich funktioniert, wenn Musik und allem voran die Live-Qualität der Band überzeugen. Diese Attribute werden von Defy (neckisch kurz genannt) ohne Mäkel erfüllt. Der Ausdruck „energiegeladen“ ist hier Synonym für eine Show des jungen Quintetts, das eine Mischung aus Thrash Metal, Death Metal und dem ach so modernen Metal Core, vermischt mit „traditionellen“ Hard´n Heavy Riffings und einer guten Portion Melodie auffährt, aber der Einfachheit halber lieber einfach unter dem Schirmbegriff „Metal“ firmiert. Was durchaus legitim ist, denn die Jungs schlagen nicht ausschließlich harte Töne an, sondern bieten jedem metallischen Ohr die nötige Abwechslung. Um den sympathischen Burschen ein paar essentielle Fragen abzuringen, traf ich mich mit Spike, Phil und Nico in Phil´s Bude, um gleich mal die neuesten Albumfortschritte vorgeführt zu bekommen.
Ihr arbeitet also gerade an Eurem ersten Album?
Phil: Ja genau. Wir stecken noch mitten in den Recordings, was sich eben meist hinzieht, wenn man - wie wir - nicht im Studio eingebucht ist, sondern sein eigenes kleines Studio zuhause aufgebaut hat. Das hat zwar seine Vorteile… natürlich in erster Linie in finanzieller Hinsicht… aber natürlich auch seine Nachteile… vor allem in Hinsicht auf Bequemlichkeit. Man läßt sich eben automatisch mehr Zeit. Aber da wir uns ja jetzt mit Ankündigung unserer Release-Party am 09. Mai im Nürnberger MUZ Club einen unumstößlichen Termin gesetzt haben, sind wir fleißiger denn je, die Scheibe endlich fertig zu bekommen.
Es soll ja ein Konzept-Album werden, hab ich gehört. Erzählt mal was darüber.
Nico: Das stimmt. Geboren wurde diese Idee aus dem Umstand heraus, daß im Dezember 2005 ein guter Freund von Phil und mir, bei einem Verkehrsunfall ums Leben kam. Das riß uns beide wirklich in ein tiefes Loch. Doch wir versuchten den Schmerz durch die Musik zu kanalisieren. Wir schrieben also genau über dieses Thema und heraus kamen verschiedene Songs, wovon wir vier für so gut hielten, daß wir sie Mitte 2007 in Form einer EP veröffentlichten.
Phil: Da die Story aber noch nicht zu Ende erzählt war, schrieben wir weiter und es kamen immer mehr Songs hinzu. Die Entscheidung, ein Konzeptalbum aufzunehmen, war manifestiert. Doch mußten wir feststellen, daß uns nach ungefähr acht Songs die Texte ausgingen und hatten damit erstmal einen Hänger.
Nico: Manchmal ist man so in seinem Horizont beschränkt, daß man den Wald vor lauter Bäumen nicht sieht. Mir mußte in meiner Schreibkrise erst ein Kumpel den passenden Aufhänger liefern und sofort flossen die Worte nur so auf´s Papier. Jetzt sind wir froh sagen zu können, daß es 11 Songs auf dieses Album schaffen werden.
Wut, Tod und Schmerz nehmen ja viele Bands als Initiator für ihre Musik, ist das bei Euch auch so? Und über was wollt Ihr schreiben, wenn das Thema über den verlorenen Freund zu Ende erzählt ist?
Nico: Genau diesen Anzug wollen wir uns damit nicht anziehen. Wir sind definitiv keine depressive Band, die alles schlecht findet und deshalb wütend ist. Das Erlebnis hat uns, ganz im Gegenteil, nach unserer Trauer zunehmend gestärkt in allem, was wir in unserem Leben fortan gemacht haben. Du machst vieles bewußter und konsequenter, denn es kann einen jederzeit genauso erwischen… so nutzt man seine Zeit einfach besser. Außerdem half es auf eine besondere Weise auch der Band… zum einen wollen wir unserem Freund damit Tribut zollen und zum anderen trieb es uns immens an, das Ganze so gut wie nur irgend möglich zu machen, da man ja dann erst recht nichts Halbherziges abliefern will. Welche Themen folgen, weiß ich noch nicht.
Spike: Also ich persönlich freue mich jedenfalls auf neue Themen und ich bin sicher, daß es wieder gut wird. Da mir, Chris und Jürgen zur momentanen Thematik im Grunde der Bezug fehlt, da wir die betreffende Person nicht oder nicht gut kannten, sind wir drei auch froh, wenn es auf zu neuen textlichen Ufern geht.
Wenn Du das schon so ansprichst, Spike, wie fühlt es sich denn an, in einer Band zu spielen, in der das treibende Thema von zwei Mitmusikern nicht nachfühlbar ist?
Spike: Ehrlich gesagt… es war und ist auch noch nicht das Leichteste. Ich bin damals in die Band eingestiegen, weil mir die Musik, aber auch die lyrische Seite gut gefiel. Es war nichts Klischeehaftes dabei, sondern ehrlich, teils metaphorisch... einfach intelligente Texte. Allerdings war es schon sehr irritierend, wie Phil und Nico damals abwechselnd in sich gekehrt rumlungerten, um dann wieder total durchzuknallen. Ich denke, die Band wird erst richtig zusammengefunden haben, wenn dieses Kapitel, das uns bis zur VÖ der Platte noch begleiten wird, zu Ende reflektiert ist. Und darauf freue ich mich.
Wie sieht es denn mit professioneller Unterstützung aus… gibt es schon Interesse seitens Plattenlabels?
Nico: Nicht wirklich. Wir sind zwar bei einem kleinen Indielabel namens Plane Records, das man allerdings nicht als Unterstützung ansehen kann… es klingt nur einfach besser, ein Label zu haben ;-). Wir suchen also noch nach dem idealen Partner für uns.
Was ist Euer nächster Schritt nach dem Album?
Phil: Erster Schritt ist die Release-Party, auf die wir uns schon sehr freuen. Und zweiter Schritt ist dann die Aufmerksamkeit der Labels auf uns zu ziehen. Sei es nun per MySpace, per Live-Aktivität oder anderer Maßnahmen. Schön wäre, wenn wir bei einigen der größeren Sommerfestivals unterkämen… mal schauen, was passiert.
Die Aufmerksamkeit unserer Leserschaft ist Euch schon mal gewiß! Noch viel Erfolg und bis zum 09. Mai im MUZ Club!
Interview & Text: Max
Band-Homepage: www.myspace.com/defytheweb
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