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Mon, May 21, 12
Interviews Archiv Agathodaimon

Agathodaimon

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Agathodaimon - …aus der Asche alter Tage

Die wohlwollende Gottheit der griechischen Antike teilt zwar nur den Namen mit den deutschen Dark Metallern aus Mainz, aber gewisse Wesenszüge sind, wenn man etwas Phantasie anwenden möchte, durchaus interpretierbar… Agathos Daimon, auch als „guter Geist“ betitelt, spendete großmütig Wein, während uns die Mainzer mit ihren Kompositionen beschenken. Vom oftmals in Verbindung gebrachten Schlangenabbild dagegen, bleiben Sathonys und Gesellen aber glücklicherweise verschont. Ihr aktuelles Werk „Phoenix“, das ganze fünf Jahre auf sich warten ließ, überzeugte mich bereits bei Veröffentlichung – nicht umsonst vergab ich im „Scheibenkleister“ unserer Nr. 4 satte 9,5 Punkte. Jetzt mußten nur noch einige brandheiße Fragen von Mastermind Sathonys beantwortet werden, um das Paket fertig zu schnüren…

Agathodaimon

 

Agathodaimon - …aus der Asche alter Tage

 

Die wohlwollende Gottheit der griechischen Antike teilt zwar nur den Namen mit den deutschen Dark Metallern aus Mainz, aber gewisse Wesenszüge sind, wenn man etwas Phantasie anwenden möchte, durchaus interpretierbar… Agathos Daimon, auch als „guter Geist“ betitelt, spendete großmütig Wein, während uns die Mainzer mit ihren Kompositionen beschenken. Vom oftmals in Verbindung gebrachten Schlangenabbild dagegen, bleiben Sathonys und Gesellen aber glücklicherweise verschont. Ihr aktuelles Werk „Phoenix“, das ganze fünf Jahre auf sich warten ließ, überzeugte mich bereits bei Veröffentlichung – nicht umsonst vergab ich im „Scheibenkleister“ unserer Nr. 4 satte 9,5 Punkte. Jetzt mußten nur noch einige brandheiße Fragen von Mastermind Sathonys beantwortet werden, um das Paket fertig zu schnüren…

Die Fachpresse scheint sich gar nicht mal so einig zu sein, ob sie nun Euer neuestes Werk genial finden soll oder es lieber abtun will. Ich sag da nur, wer keine Ahnung hat, sollte lieber mal die Fresse halten (frei nach Dieter Nuhr)! :-)

„Phoenix“ ist episch, exzellent komponiert, ausgereift und definitiv nicht „alltäglich“! Warum hattet Ihr Euch so lange Zeit gelassen nach „Serpent´s Embrace“?

Schön daß es Dir gefällt. Ich kann mir durchaus vorstellen, warum die Reviews mitunter nicht einhellig ausfallen. Allein die über 72 Minuten Spielzeit sind schon eine Hürde; da müßte man sich das Album schon ein paar Mal anhören um die Songs ins Ohr zu bekommen, und dazu hat ja heutzutage kaum einer Zeit, hehe. Und da wir bislang selten Easy Listening-Musik gemacht haben... aber zu Deiner Frage, wir hatten mit einigen Besetzungswechseln und den damit verbundenen Nachwehen zu kämpfen. Das war ein zeit- und kräfteraubender Prozeß, den wir jetzt hoffentlich überstanden haben.

Die angesprochenen ewigen Besetzungsprobleme sind nicht nur nervig, sondern werfen einen ja auch immer wieder ein Stück weit zurück… ich kann es Dir nachfühlen, bin auch Musiker und hatte mit ähnlichen Problemen zu kämpfen. Warum und wieso kam es dazu… erzähl doch mal ein bißchen „Historisches“ von AGATHODAIMON.

Nun, ich beneide Bands, die ihr Line Up auf lange Zeit konstant halten können. Meist handelt es sich dabei um Bands, die gut von der Musik leben können. Bei uns ist die Band „nur“ ein Hobby, das wir aber sehr zeitintensiv betreiben. Insofern kommt es natürlich vor, daß es einem auch mal zuviel werden kann. Im Großteil der Fälle haben sich die Prioritäten der Musiker auf andere bzw. private Dinge verschoben, und wenn die Band spürbar gebremst wird, ist das natürlich etwas, das nicht lange Zeit so laufen sollte. Dann gab es natürlich auch einige unüberwindbare Hindernisse, wie damals mit unserem rumänischen Sänger Vlad. Er hatte nach den Demotapes die glorreiche Idee, mal kurz nach Rumänien zurückzukehren (er lebte seit einigen Jahren in Deutschland mit seiner Mutter) und bekam dann natürlich kein Visum mehr. Sämtliche legalen und illegalen Methoden scheiterten in den Jahren darauf, hehe. Und unser letzter Sänger Frank „Akaias“ Nordmann bekam nach „Serpent’s Embrace“ die Möglichkeit, in Norwegen zu arbeiten, was für ihn ein Traum war, den er schon seit seiner Jugend hatte. Andere Wechsel waren unspektakulärer. Unsere Keyboarderin Christine zum Beispiel hing damals ihr Instrument ganz an den Nagel, um sich der Bassgitarre zuzuwenden, und unser Drummer Matthias hatte letztendlich wegen Job und Studium nicht mehr genug Zeit.

Na dann hoffen wir mal, daß nun endlich der richtige Haufen beieinander ist. Wie lange hattet Ihr eigentlich an „Phoenix“ gearbeitet? Und wie soll das weitergehen… wollt Ihr jetzt wieder eine fünf-jährige Pause einlegen? Oder ist der Karren jetzt mal am Fahren?

Die Arbeit ist nicht ganz so einfach einzuschätzen, weil wir etliche Ideen verworfen, andere umarrangiert hatten, damit sich die „neuen“ Musiker in vollem Maße einbringen konnten. Im Endeffekt begannen die Arbeiten so richtig zu dem Zeitpunkt, als wir mit Jan Jansohn einen Ersatz für unseren alten Sänger und Gitarristen Frank „Akaias“ Nordmann fanden und ebenso Jonas als Sänger zu uns stieß (der uns aufgrund von Zeitproblemen wiederum nach ca. einem Jahr verließ). Insofern würde ich einen Zeitraum von 1 ½ Jahren als realistisch einschätzen. Natürlich wollen wir nicht wieder erneut so lange warten. Wir können ja froh sein, wenn jemand überhaupt noch den Namen der Band kennt. Ich peile mal hoffnungsvoll ein neues Album für die zweite Hälfte in 2010 an…

Besonders herausstechend am neuen Album, ist der Sound, der nicht nur aus instrumenteller Hinsicht vollkommen überzeugt, sondern auch gerade Ashtrael´s Vocals gut unterstreicht. Ist ja nicht alltäglich, daß man Gekreische dieser Art so wunderbar verständlich hört. Wer war denn für den Sound verantwortlich und was war Euer Bestreben diesbezüglich bei „Phoenix“?

Der Mix bzw. die Aufnahmen lagen wieder in den bewährten Händen von Kristian „Kohle“ Kohlmannslehner, mit dem wir bereits „Chapter III“ und „Serpent’s Embrace“ aufnahmen. Natürlich hat sich auch das Studio in den letzten Jahren technisch weiter entwickelt. Bezüglich des Sounds… es hätte keinen Sinn ergeben, ein Album skandinavischer Prägung bzw. in Richtung Old School Black Metal abzumischen. Gerade die Vielfalt in stilistischer Hinsicht hat eine „saubere“ Abmischung erfordert, die natürlich dennoch druckvoll sein sollte. Im Endeffekt ist sie mir rein subjektiv sogar zu perfekt ausgefallen, wobei ich das auch realistisch sehe und zugestehen muß, daß mein persönlicher Geschmack sich nicht unbedingt mit der Mehrheit decken würde, hehe.

Zu welcher Musikrichtung fühlt Ihr Euch am ehesten hingezogen und welche Schublade bedient Ihr wohl nach außen gesehen, am besten? Ich weiß, Schubladen sind Mist, aber jeder Konsument braucht sie scheinbar, wie die CD-Schublade des Players.

Oh je.. also, wir nennen es übergreifend einfach „Dark Metal“, da wir die Wurzeln im Black Metal sehen, aber über diesen Tellerrand schon weit hinaus arbeiten. Da sind Death Metal, Thrash, Heavy Metal und meinetwegen auch Gothic sowie einige untypische Stile mit von der Partie, und Dark Metal als Überbegriff klingt vielleicht etwas nebulös, trifft es aber irgendwie dennoch am Besten.

Mir dünkt, als wäre hier ein textliches Konzept bei „Phoenix“ vorliegend. Hab ich recht?

Nun, nicht wirklich… einige Texte wie „Heliopolis“ haben im Groben etwas mit der Phoenix-Sage zu tun, aber generell ist es kein Konzeptalbum. Das wäre ein hehres Unterfangen, das ich mir zumindest nur unter optimalen Bedingungen zutrauen würde, aber nicht unbedingt als wirklich erstrebenswert betrachte. Im Endeffekt ist es dann schade, wenn man live einzelne Songs aus dem Kontext reißt, oder man spielt das komplette Album, was zu Lasten anderer Songs ginge. Abgesehen davon arbeiten immer mehrere Personen an den Texten, was bei einem Konzeptalbum zu einigem Durcheinander führen würde. Wir wollen ja auch im textlichen Rahmen Abwechslung, und stilistisch unterscheiden sich bspw. die Texte von Ashtrael von meinen.

Im Booklet konnte ich entdecken, daß bei fünf Songs ja sogar Euer alter Fronter Vlad mitgeschrieben hat. In welcher Weise konnte er sich mit in die Songs einbringen?

Nicht in die Songs, sondern partiell in die Texte. Ich finde, er hat den Stil von AGATHODAIMON entscheidend geprägt. Deswegen hatte ich ein paar alte Fragmente verarbeitet. Ich lehne meine Texte meist auch an seine Art zu schreiben an, die wiederum sehr von rumänischen Dichtern wie Eminescu, Bacovia oder Minulescu inspiriert ist. Wobei ich mir vorstellen könnte, daß wir eventuell wieder etwas enger auf dem nächsten Album zusammenarbeiten, sofern es die Zeit zuläßt.

Ist er eigentlich immer noch „eingepfercht“ in Rumänien, oder darf er wieder die Grenze überschreiten?

Dank EU-Beitritt ja glücklicherweise nicht mehr; wir hatten uns auch seit seinem mehr oder minder erzwungenen Austritt auch ein paar Mal gesehen. Allerdings lebt er nach wie vor in Rumänien und hat jetzt auch eine Familie, um die er sich kümmern muß. Dennoch, ich würde mich freuen, wenn wir auf die eine oder andere Weise wieder eine Zusammenarbeit hinbekämen… wobei man bedenken muß, daß sich sein musikalischer Horizont mittlerweile sehr von dem wegbewegt hat, was wir früher machten.

Hatte der beigesteuerte Song zum Film „Alone In The Dark“ eigentlich irgendwelche nennenswerten Auswirkungen auf die Band? Der Film selbst war ja eher mäßig erfolgreich, dank Herrn Boll! ;-/

Doktor Boll, wenn ich bitten darf. Spaß beiseite, das war eine Katastrophe! Uns wurde eine Teilnahme in Aussicht gestellt, was mich als alten Fan der ersten beiden Spiele begeisterte. Bis ich dann hörte, wer Regie führen sollte, hehe. Letztendlich war der Film auch erwartungsgemäß ziemlich übel, und damit der (wie wir meinen) gute Song von uns, nicht auf einem Soundtrack verkümmert (ich glaube, er war sowieso nur in USA und Japan mit auf der CD), haben wir ihn als Bonus auf Phoenix gepackt, inkl. einer neuen Version.

Wenigstens kommt er dadurch noch zu Ehren. Wann darf man Euch wieder einmal auf deutschen Bühnen erleben? Gibt es zudem auch internationale Shows in Planung?

Na, ständig. Wir hatten zum VÖ des Albums diverse Gigs und legen jetzt einen kleinen Schwung nach… unter anderem das Zabbaduscher, Celtic Rock Festival und ein paar andere Festivals (hier könnte eine nette Überraschung kommen), mehr gibt es in Kürze auf www.myspace.com/agathodaimon zu lesen. Ach ja, einige internationale Festivals wie Rock City, Samfest etc. sind auch dabei.

Was mich noch interessieren würde… was drückt das Coverartwork des Albums aus bzw. sind die Figuren Teil einer Geschichte?

Diese Interpretation würde ich gern dem Betrachter überlassen. Es ist recht vielschichtig und darf ruhig die Fantasie beflügeln. Die Figuren sind jetzt nicht zwingend Teil einer Geschichte… je nachdem wie man die Texte interpretiert. Wobei der Phoenix wohl unverkennbar ist, hehe.

 


Interview & Text: Max
Band-Homepage: www.agathodaimon.de

 

 

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