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Cripper
Es gibt etwas, damit bringt man eine junge Hannoveraner Thrash Metal Band ganz schnell auf die Palme: Wenn man die Band auf ihre Frontfrau reduziert und sie in die gleiche Schublade wie die zahlreichen Frontfrau-fixierten Death Metal Bands stecken möchte. Völlig zurecht, wie wir finden – denn zum einen spielt die Band keinen Death Metal, sondern lupenreinen, traditionellen Thrash und zum anderen glaubt man es akustisch ohnehin kaum, daß da kein Typ am Brüllen ist ;-)

Es gibt etwas, damit bringt man eine junge Hannoveraner Thrash Metal Band ganz schnell auf die Palme: Wenn man die Band auf ihre Frontfrau reduziert und sie in die gleiche Schublade wie die zahlreichen Frontfrau-fixierten Death Metal Bands stecken möchte. Völlig zurecht, wie wir finden – denn zum einen spielt die Band keinen Death Metal, sondern lupenreinen, traditionellen Thrash und zum anderen glaubt man es akustisch ohnehin kaum, daß da kein Typ am Brüllen ist ;-)
Natürlich wählten wir genau diesen Punkt zum Einstieg in unser beim Wacken Rocks South geführten Interview mit der gesamten Band, was uns einen ca. 20-minütigen Definitionsmarathon einbrachte, den wir hier natürlich nicht wiedergeben erden. Fazit des Ganzen: Cripper sind eine coole, oldschoolige Thrash Metal Band, die sich als komplette Einheit sehen und auch so von ihrer Umwelt wahrgenommen werden wollen.
Auch sonst passiert alles sehr kollektiv bei Cripper – die ihren Namen einer Verkürzung des logischer erscheinenden „Christmas
Ripper“ verdanken. Es beginnt beim Songwriting, das die Band immer zusammen erledigt. „Sicher, einer von uns kommt mit einem Riff an, welches dann aber meist in der Gruppe zerlegt und verändert wird, und am Ende noch cooler klingt, als zuvor“, versichert uns die Band . „Bei uns kommt das auch nicht vor, daß ein Musiker stur an seiner Idee festhält und sich nicht den Vorschlägen der anderen offen zeigt.“
Ähnlich gestaltet sich auch die Finanzierung der Band. Es steht kein Label oder Geldgeber hinter Cripper – die finanzierende „Bank“ ist die Band, was die Mittel zu Beginn natürlich begrenzt. Im Kehrschluß hat die Band so natürlich alle Fäden selbst in der Hand. Deshalb ist auch die Kooperation mit der neuen Platte über SAOL (Service For Artist Owned Labels) zustande gekommen, was soviel bedeutet, daß die Band alle Entscheidungen selbst fällen kann und unabhängig ist, aber trotzdem die Vertriebs- und Medien-Kanäle im Stile eines größeren Labels nutzen kann. Unterm Strich kann es sich natürlich auch schneller auszahlen, sollte der Knoten einmal platzen.
Wobei das laut einhelliger Bandmeinung nicht das Ziel ist, auf das Cripper hin arbeiten. „Uns geht es in erster Linie ausschließlich darum, gemeinsam gute Musik zu machen und diese einem Publikum zu präsentieren“, bestätigen Cripper. Unabhängigkeit in jeder Form ist neben der Musik der wichtigste Punkt in der Cripper-eigenen Philosophie. „So hatten die Labels, die uns unbedingt in diese „Female Fronted“-Ecke drängen wollten von vorneherein verloren. Solche Labels glauben nicht an die Qualität der Musik, sondern daran, daß sich das Drumherum vermarkten lassen könnte. Am liebsten würden diese Leute die Sängerin vorne hin stellen und den Rest der Band durch irgendwelche Profimusiker ersetzen und am Ende kommt dann ein gecastetes N-Sync-Projekt heraus“, geben sich die Hannoveraner zurecht zynisch. Natürlich werden auch Cripper diesem Trend Rechnung tragen und auf der nächsten Platte tanzen – AUF der Platte, wohlgemerkt ;-)
Ganz euphorisch sind Cripper auch, was den Kontakt zu den Fans angeht und die Reaktionen der Fans auf ihre Platten und Live-Auftritte. So ist es auch nicht verwunderlich, daß die Band ihren Webshop selbst betreut und die Bestellungen eigenhändig verschickt, was z.B. die Signierung einer bestellten CD deutlich vereinfacht.
Als „Konsequenz“ gegen die weibliche Vermarktung im Metal, wird Shouterin Britta Görtz an einer Art Female-Metal-Workshop mit Podiumsdiskussion an der Hochschule für Musik und Tanz in Köln am 08. Oktober teilnehmen und neben Sabina Classen von Holy Moses, Angela Gossow von Arch Enemy und Doro Pesch eine gute Figur machen – hm, ob man hier nicht eher „INkonsequenz“ rufen möchte? Egal, das Event ist sicher nicht nur für metallische Mädels interessant - auch für Beutelträger könnte sich der Anblickdurchaus rentieren.
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