Anzeige
Banner
Facebook Twitter 
Mon, May 21, 12
Interviews Archiv Brainstorm & Primal Fear

Brainstorm & Primal Fear

Brainstorm

Prim

Brainstorm & Primal Fear - Brain Fear vs. Primal Storm

Anläßlich der Viva la Swabia Tour von Brainstorm und Primal Fear hatten wir die Gelegenheit beim leider sehr schwach besuchten Gig in der Music Hall in Geiselwind mit den Gitarristen beider Bands, Torsten „Todde“ Ihlenfeld (Brainstorm) und Henny Wolter (Primal Fear), zu sprechen. Nachdem die Tour nicht ganz reibungslos verlief - Jaded Heart mußten das Billing verlassen - und beide Bands auch neue Alben am Start hatten, nutzten wir die Gelegenheit, zwei Aushängeschildern des deutschen Heavy Metal etwas auf den Zahn zu fühlen und konnten unter anderem auch Interessantes über europäische Fans und die Zukunft des Heavy Metals in Erfahrung bringen.

Brain

Brainstorm & Primal Fear - Brain Fear vs. Primal Storm

Anläßlich der Viva la Swabia Tour von Brainstorm und Primal Fear hatten wir die Gelegenheit beim leider sehr schwach besuchten Gig in der Music Hall in Geiselwind mit den Gitarristen beider Bands, Torsten „Todde“ Ihlenfeld (Brainstorm) und Henny Wolter (Primal Fear), zu sprechen. Nachdem die Tour nicht ganz reibungslos verlief - Jaded Heart mußten das Billing verlassen - und beide Bands auch neue Alben am Start hatten, nutzten wir die Gelegenheit, zwei Aushängeschildern des deutschen Heavy Metal etwas auf den Zahn zu fühlen und konnten unter anderem auch Interessantes über europäische Fans und die Zukunft des Heavy Metals in Erfahrung bringen.

Torsten, Glückwunsch zum neuen, in meinen Augen recht gelungenen, neuen Album „Memorial Roots“. Nach den ersten Durchläufen bin ich zu der Ansicht gekommen, daß sich das gesamte Material düsterer anhört, als die vorherigen Alben. War das so geplant oder doch eher Zufall?

Wir planen unsere Alben nicht, sondern komponieren einfach drauf los. Wir waren auch nicht in skandinavischen Wäldern unterwegs und haben uns dort mit Black Metal Bands getroffen. Vielleicht liegt der Grund darin, daß wir während des Komponierens zwei Steuererklärungen bekommen haben, wo wir dann Dampf ablassen mußten. *gg*

Verlassen wir mal die Pfade des Fiskus und kommen zu einem erfreulicheren Thema: Euer 20-jähriges Jubiläum steht an. Gibt es schon Planungen, wie Ihr die zwei Dekaden feiert?

Es wird eine Best Of geben, ansonsten feiern wir die 20 Jahre mit der Tour und der neuen Platte.

... die ja auch von einem neuen Label präsentiert wird.

Ja, der alte Vertrag ist ausgelaufen, was die anderen Plattenfirmen natürlich mitkriegen. Zwangsläufig kommen dann neue Angebote rein und AFM Records haben das beste Angebot gemacht.

Zum Rausschmiß von Jaded Heart von der laufenden Tour wollte sich Torsten nicht äußern, aber wir haben in Erfahrung gebracht, daß das Verhalten der Vorband vor allem Backstage nicht zu dulden war. Des weiteren gab es wohl Beschwerden von Jaded Heart bezüglich des Caterings und der Garderoben im Backstagebereich, sowie den Auftrittszeiten.  Nichtsdestotrotz ist die bisherige Tour mit Primal Fear ganz gut gelaufen, wie uns Todde bestätigt.

Man kennt sich halt schon ewig und so hat sich das dann ergeben, daß beide Bands zusammen touren. Außerdem haben sowohl Primal Fear, als auch wir gerade ein aktuelles Album am Start und nachdem die Musik gut zusammenpaßt, macht das für die Fans wohl am meisten Spaß. Das gibt es in letzter Zeit häufiger, daß zwei bekanntere Bands zusammen auf Tour gehen. Es hat vor allem Vorteile für die Fans, nachdem alles teurer wird. Aber auch die Bands profitieren davon, weil man keine zwei sepraraten Tourneen auf die Beine stellen muß.

Apropos Fans, Ihr kommt ja gerade aus Südeuropa. Beschreibe doch mal ein paar Eindrücke von den dortigen Fans.

Die Fans in den verschiedenen Ländern kann man nicht vergleichen. Alle Fans haben so ihre Eigenheiten. Die südeuropäischen Fans sind enthusiastischer, aber unser größtes Following ist ganz klar in Deutschland.
Die Fanreaktionen sind natürlich in kleineren Locations ausgeprägter.

Geht Ihr lieber auf Club-Tour oder seid Ihr eher eine Festival-Band?

Beides. Club-Shows sind intensiver, da ist der Kontakt zu den Fans natürlich größer, während man auf Festivals auch Leute erreicht, die die Band noch nicht kennen. Außerdem ist das für uns als Band nur ein Wochenende, während Tourneen doch zeitaufwendiger sind. Um eine neue Platte zu promoten führt aber nichts an einer Club-Tour vorbei.

Kommen wir noch mal zum aktuellen Album zurück: Es gibt Stimmen, die sagen, daß sich Brainstorm und Symphorce (die zweite Band des Brainstorm-Sängers Andy B. Franck) immer weiter angleichen.

Das ist völliger Blödsinn und total aus der Luft gegriffen. Das einzig Gemeinsame ist der Sänger, ansonsten sind das zwei verschiedene Bands

…die meiner Meinung dennoch gewisse Parallelen aufweisen. Aber Danke für das Gespräch und auf die nächsten 20 Jahre. Zum Abschluß sei noch erwähnt, daß Todde unsere rosa Ausgabe (H|T|M #6 mit Titel J.B.O.) besonders gelungen fand. ;-)

 


 

Primal Fear

Während Brainstorm den Fans in der Music Hall ordentlich einheizten, packten wir die Gelegenheit beim Schopfe, um Henny Wolter über das neue Album auszuquetschen und seine Sicht bzgl. der Zukunft des Heavy Metals zu erfahren.

Nachdem mit dem neuen Album „16.6“ meines Erachtens nach ein neuer Level in Sachen Primal Fear erreicht wurde, möchte ich Dich bitten, doch kurz mal die Entwicklung der letzten elf Jahre zu reflektieren.

Ich bin ja kein Gründungsmitglied, sondern erst 1999 dazugekommen, da war das Debütalbum „Jaws Of Death“ schon draußen. Aus meiner Sicht hat die Band damals einen ziemlichen Senkrechtstart hingelegt und dann versucht, sich von diesem Priest-Kopie-Image in den letzten zehn Jahren freizuschwimmen. Bis heute ist immer noch das dritte Album „Nuclear Fire“ das erfolgreichste der Bandgeschichte, bei dem ich dazugekommen bin. 2002 bin ich dann gegangen und war fünf Jahre abstinent, wo man mit „Seven Seals“ dann auch einen gewissen Standard geschaffen hat, den die Fans von Primal Fear im Hinblick auf Songwriting und Sound erwarten. Wir versuchen jetzt diesen Standard stetig weiter zu entwickeln, aber trotzdem bei den Roots zu bleiben. Gerade in diesem Genre, in dem wir uns bewegen, kann jede Veränderung empfindlich wehtun. Diesen Eiertanz vollführen Primal Fear nun seit elf Jahren.

Du hast ja die Priest Kopie schon erwähnt, aber mit dem neuen Album habt Ihr es meiner Meinung nach geschafft, Euch davon weitestgehend zu lösen.

Nun ja, Ralfs Stimme ist natürlich prägnant und ich glaube die Band polarisiert, was uns am Anfang ein bißchen genervt hat, aber inzwischen schon Programm geworden ist. Wir wissen das und können damit auch spielen. Wenn wir Songs wie „Living For Metal“ oder „Metal Is Forever“ raushauen, regen sich die einen noch mehr auf und die anderen finden es geil... und inzwischen verstehen wir es auch, die Knöpfe dieser Tastatur zu bedienen.

Um noch mal auf das neue Werk zu sprechen zu kommen: der Titel „16.6 – Before The Devil Knows You’re Dead“ ist ja sehr kryptisch gehalten.

Wir wollten mal was zum Nachdenken machen. Es wurde auch als Quiz aufgezogen. Man hat aber relativ schnell rausgekriegt was es ist, aber ich bin verpflichtet, es nicht zu verraten. *gg*

Auch das Cover des Albums finde ich sehr gelungen, was sich insgesamt sehr gut in das Gesamtkonzept einpaßt...

Ja, das war Mat’s Idee. Der Adler ist bei uns Pflicht und das dunklere, bösere Cover fanden wir alle sehr gelungen. Gemacht hat es dann unsere Grafik-Art Designerin, die auch unsere Videos dreht. Von der Atmosphäre her haben wir uns etwas am letzten Batman Film orientiert.

Bleiben wir noch mal kurz beim Gesamtkonzept: Wie paßt da der Schlußsong „Hands Of Time“, bei dem nicht nur Ralf singt? Wie kam es dazu? Können wir mehr davon erwarten?

Außer unserem Schlagzeuger Randy Black singen da alle mit. Aber ich glaube nicht, daß da noch mehr in dieser Art kommt, weil wir solche Songs immer als Gimmick auf jede Platte machen. Aber wir müssen uns natürlich jedesmal etwas Neues einfallen lassen, damit das nicht langweilig wird.

Zu einem neuen Album gehört natürlich auch eine Tour. Wie waren die bisherigen Reaktionen auf den Schwaben-Expreß?

Es lag ja auf der Hand, daß wir mit unseren schwäbischen Kollegen von Brainstorm auf Tour gehen. Die Reaktionen während der Tour waren überwiegend gut. Spanien ist eh eine Bank… die Spanier leben den Metal. Italien war… na ja, „prima“ (und verzieht das Gesicht dabei), Pratteln war so gut wie noch nie. Wir haben dort Videoaufnahmen gemacht, die wir auch fortsetzen. Außerdem haben wir einhundert Stunden Material von der USA- und der Südamerika-Tour. Das alles wird es sicherlich demnächst als Output geben.

Um noch mal auf Brainstorm zu sprechen zu kommen: Zwei ähnlich große und bekannte Bands aus dem gleichen Genre gehen gemeinsam auf Tour. Was waren die Beweggründe, warum hat man sich nicht für eine Band entschieden, die eine andere Fanbase hat?

Primal Fear und Brainstorm passen gut zusammen. Als man in Amerika erfahren hat, daß wir zusammen mit Brainstorm auf Tour gehen, kamen gleich Anfragen für eine US-Tour. Man erkennt durchaus, daß da Nachfrage besteht. Als wir damals mit Children Of Bodom auf Tour waren, hatten wir zwar viel mehr Leute pro Abend, aber als Children Of Bodom fertig waren, sind ihre Fans gegangen und unsere erst gekommen. Da lacht natürlich das Herz (und der Geldbeutel) eines jeden Promoters, aber die Fans bleiben dabei außen vor und müssen für Bands zahlen, die sie nicht sehen wollen.

Nachdem der Fanzuspruch heute leider nicht berauschend ist, stellt sich jedoch schon die Frage, ob der klassische Power Metal nur noch ein Untergrund Dasein fristet und wo Henny seine Band in dem Ganzen sieht.

Es wird aus jedem Genre immer mal ein, zwei Ausreißer geben, die über die Jahre hinweg doch mal einen Schritt auf der Leiter tun. Aber ich kann schlecht prognostizieren, was das neue Ding wird. Ich glaube eine Stärke von Primal Fear könnte sein, daß sich aus unseren Wurzeln noch mehr entwickelt, als es ohnehin schon der Fall ist. Wenn du deine Trademarks lebst und kultivierst, kannst du als Band trotzdem viel erreichen. Bei „16.6 ...“ haben wir uns vorgenommen, ein bißchen mehr zum „Jaws Of Death“ Album zurückzukehren und den Fans wieder etwas mehr Metal zu präsentieren, auch auf die Gefahr hin, daß neue Fans vergrault werden. Aber das ist nicht passiert. Wir konnten das erste Mal eine richtig ausgedehnte US-Tour als Headliner in 1000er Hallen machen und wir hoffen natürlich, daß auf diese Art und Weise Primal Fear auf ein höheres Level gehievt werden. Und um das zu erreichen, werden wir bei unserer nächsten Platte den Metal noch mehr in den Vordergrund stellen. Das macht sonst ja keiner und wenn wir diese Fahne hochhalten, dann auch mit Stolz und Würde. Viele deutsche Bands wollen immer gerne sehr amerikanisch klingen, holen sich vielleicht sogar einen amerikanischen Sänger und kommen doch nicht so recht voran. Du mußt eine persönliche Art behalten und deine Eigenheit besonders zur Geltung bringen, dann hast du eine Chance, dich zu profilieren und von anderen Bands abzuheben. Und das werden wir in nächster Zeit mit Sicherheit noch mehr pflegen.

Danke für das Gespräch. Ich hoffe Ihr bleibt Eurer Linie treu und wir können noch viele klassische Metal Alben von Euch erwarten.

 


Band-Homepages: www.truemetal.org/brainstormwww.primalfear.de
Interviews & Texte: Böhmi

 

Event Kalender

<<  May 12  >>
 Mo  Tu  We  Th  Fr  Sa  Su 
   1  2  3  4  5  6
  7  8  910111213
14151617181920
21222324252627
28293031   

Popup Module

This is the Popup Module feature. Assign any module to the popup module position, and ensure that the Popup Feature is enabled in the Gantry Administrator.

You can configure its height and width from the Gantry Administrator.

More Information