Axel Rudi Pell
The Crest
SPV
10 Tracks | 57:05 Min.

Die bange Frage, die sich die Fans vor jeder neuen Scheibe vom Wattenscheider Axel Rudi Pell stellen mögen, ist die, ob der Meister des traditionellen melodischen Metal irgendwas an seiner Musik geändert hat oder ob sie sich immer noch so anfühlt, wie dasselbe alte Turnschuhmodell, das man sich alle zwei Jahre neu kauft. Die Beruhigung tritt nach dem unvermeidlichen und total uninspirierten Intro ein. Eher machen AC/DC eine Platte mit Bushido, als Axel ein musikalisches Experiment. Solide und beständig rockt, schmachtet und chorält sich Axel Rudi Pell durch den Silberling, auf seine Art und Weise stockkonservativ, wie die Wildecker Herzbuben in einem bayerischen Bierzelt. Es ist ihm zugute zu halten, daß er seinen Vokalisten Johny Gioeli auch zu Ehren kommen läßt, der genau wie Axel selbst technisch eine saubere Arbeit abliefert. Entsprechend ist die Produktion gut und der Sound sauber. Bis auf gänzlich fehlende Innovationen und Überraschungen läßt sich an „The Crest“ nichts aussetzen. Moment! Hatte Axel nicht angekündigt, daß „The Crest“ sein Meisterwerk wird? Das gibt Punktabzug, denn das Album ist je nach Blickwinkel genauso öde oder aufregend, wie die anderen dreizehn (gefühlte dreißig) auch. Mir hätten auch 6 gelangt! Nico S.