Polarkreis 18
Frei
Universal Music
10 Tracks - 35:22 Min.

Make it or break it - das dritte Album stellt für die meisten aufstrebenden Acts den Scheideweg dar. Die coolsten Demotracks aus all den Jahren vor der Entdeckung durch ein Label wurden spätestens mit der zweiten Platte verbraten - jetzt zeigt es sich, ob mit dem Erfolgsdruck umgegangen werden kann und man auch "unter Stress" in der Lage ist, gute Songs zu schreiben.
So betrachtet stehen die Zeichen für den Dresdner Sixpack definitiv nicht schlecht, ist "Frei" (erstmals ein Titel, der nichts mit der kalten Jahreszeit zu tun hat) doch das bisher ausgereifteste und aufwändigste PK18-Album geworden. Die negativen Kritiken, die der Band einen gesteigerten Kommerzgedanken nachsagen, kann ich absolut nicht nachvollziehen, waren Polarkreis 18 schon seit jeher eher für ruhigere Klangkust zuständig. Insofern stellt "Frei" eine logische Weiterentwicklung aus den beiden Vorgängeralben dar, bei der vor allem der orchestrale Anteil deutlich nach oben geschraubt wurde, was definitiv nicht mit Kommerzialisierung gleichzusetzen ist. So dominieren auf dem neuen Album wieder tolle, emotionale ruhige Rocknummern, die als zeitlos eingestuft werden können und in ihrer leichten Unterkühltheit den perfekten Soundtrack zum gerade stattfindenden Wintereinbruch bieten. Lediglich die Spielzeit der einzelnen Tracks, die bis auf die abschließende 5-Minuten-Nummer "Elegie" durch die Bank nur knappe, radio- und tv-taugliche 3 Minuten beträgt, hätte durchaus etwas üppiger ausfallen dürfen. 35 Minuten für eine volle CD sind nicht mehr zeitgemäß. Die Songs an sich können ohne einen einzigen Ausfall komplett überzeugen und werden Polarkreis 18 sicher einen großen Schritt auf der Karriereleiter nach oben bringen. Ingo