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Tue, May 22, 12
Rezis Games Saboteur

SaboteurSaboteur
Pandemic / Electronic Arts
Action / Xbox 360 / PS3 / PC

Wertung Grafik 4,0

Wertung Sound 7,0

Wertung Gameplay 4,0

Wertung Steuerung 5,0

Wertung Gesamtwertung 5,0

Lange Jahre hatten Spiele, die unter dem Dach von Electronic Arts entstanden waren, kein wirklich gutes Image. Sie wirkten nicht selten unausgegoren, hastig zusammengezimmert, lieblos, und was weiß ich noch alles. Doch dann plötzlich gab es da „Mirror’s Edge“, das es mit genialer Atmosphäre und einem  fantastischen Soundtrack schaffte, das alte Jump&Run-Prinzip in die dritte Dimension zu übertragen. Oder es gab DEN Geheimtipp des letzten Jahres für Menschen, die sich nach der immer flacher werdenden „Resident Evil“-Reihe endlich mal wieder gepflegt zu Tode erschrecken wollten: „Dead Space“. Oder es gab „Battlefield: Bad Company“ für Shooterfans, die keine Lust auf Dauercamper („Call Of Duty 4“) oder Bonbonfarben-Kinderspielzeug-Science-Fiction („Halo 3“) hatten. Sollte man bei EA also tatsächlich erkannt haben, daß gute Spiele nicht unter Geld- oder Zeitdruck entstehen, und daß man gute Spiele reifen lassen muß?

Bei „Saboteur“ schlüpft man in die Rolle eines irischen Rennfahrers in Paris, der sich zu Beginn des zweiten Weltkriegs dem französischen Widerstand anschließt, um für die Leute die Drecksarbeit zu erledigen und bei der Gelegenheit auch noch eine persönliche Rechnung zu begleichen. Paris ist im Spiel eine offene Stadt, die ab der ersten Sekunde an frei erkundet werden kann. Eigentlich ein interessantes Setting, wenn da nicht ein paar Probleme wären: Erstens ist die Grafik eine Frechheit und wirkt wie aus dem Jahre 2006 (obwohl bereits 2006 z.B. mit „Gears Of War“ gezeigt wurde, was die Xbox grafisch so alles kann) - altbacken, unnatürlich, und Tearings und PopUps sind nicht die Ausnahme, sondern die Regel. Zweitens ist die Handlung ziemlich für den Eimer. Die Charaktere sind nichts weiter als ultraplatte Klischees (besonders die bösen Deutschen sind dermaßen überzogen, daß sich fast schon unfreiwillige Komik breitmacht) und die Dialoge sind teilweise so himmelschreiend blöd, daß einem einfach die Luft wegbleibt. Drittens stört die unpräzise Steuerung, was besonders beim Autofahren nervt – wobei das Autofahren an sich wieder eine ganz eigene Geschichte ist: Das Fahrverhalten der Autos ist extrem arcade-lastig und meilenweit von dem sehr realistischen Fahrgefühl in „GTA IV“ entfernt (und von dem fehlenden Schadensmodell der Autos will ich jetzt mal gar nicht anfangen).

Das ist sowieso das entscheidende Stichwort: „GTA IV“ war ganz klar das Vorbild für „Saboteur“, und da kann man nur festhalten, daß Pandemic einfach grandios versagt hat. Die Grundidee des Spiels hätte einiges hergegeben, und das Spiel zeigt auch diverse interessante Ansätze - die Umsetzung aber ist derart unzeitgemäß und schlampig, daß ich gestehen muß, das Spiel bisher gerade mal zu 40% durchgespielt zu haben, und selbst dazu mußte ich mich überwinden. Schade, daß niemand das Spiel sabotiert hat, denn so hätte ich die 40 % Spielfortschritt in andere Aktivitäten investieren können.

Chris

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